Vorweihnacht

Manchmal drängt‘s dich unverhohlen zur Lyrik…

Vorweihnacht
Vorweihnacht (Bild: AnnA)

Spiegel

In dir ist ein Spiegel zerbrochen. 
Der Spiegel ist zerbrochen.
Kaputt in tausend kleine Stücke.

Doch brauchst du keine Spiegel.
Brauchst keine Spiegel.
Denn Spiegel brauchst du nicht.

Sagt Däumling und Däumling ist ein peinlich kleiner Wichser.

Punsch

Menschen saufen
Menschenkinder
Menschenskinder
saufen Punsch

Scherben

Scherben 
schreien
kreischen
wimmern
blinzeln
blenden
knirschen
Scherben
Scherben
Scherbenhaufen

Putten

Scheiss auf Putten.
Scheiss auf Putten.
Scheiss auf Putten.
Scheiss auf Putten.

Nacktmulche

Nacktmulche
Nacktmulche im Zoo Zürich (Foto: AnnA)

Am Wochenende waren wir im Zoo und dort gibt‘s Tiere wie zum Beispiel Nacktmulche, was irgendwie so würsterlförmige, weisse Säugetiere sind, welche mehrheitlich aufeinander hocken und hauptsächlich gesellschaften. Gecheckt?

Fri-Son in Fribourg

Eine Überraschungsreise und ab Bern schwant es mir: Fri-Son in Fribourg!

Im Alpha musst du nicht direkt absteigen, kannst aber. Eine Säule mitten im Zimmer zwingt dich entweder zur Konfrontation oder du denkst drum herum. Dafür aber hast du Morgenbuffet par excellence und sowieso sind alle superfreundlich.

Draussen ist’s kühl und Bier hilft auch nicht weiter. Im St. Nikolaus zünde ich ein Kerzchen an, denn da wo er ist, gibts keine Abreisskalender. Dann sind da noch Reliquien, welche du aber eigentlich nicht siehst.

Reliquienraum im St. Nikolaus (Bild: AnnA)

Die vom Pho Vietnam servieren Weihnachtsbier (vom letzten Jahr?) und was zu Futtern. Veilchenblau bestellt Fleischloses an Krabbensosse, ich hingegen halte mich an die Ente.

Das Fri-Son bietet mit darius eine Art Instrumentalmetal wie etwa down gestrippte Hawkwind oder vielleicht Monster Magnet und manchmal befallen einen unversehens (frühe) Nirvana-Momente à la Bleach. Muss man sich reinziehen. So ist das halt.

Fri-Son in Fribourg
darius: Live Ebullition (Quelle: bandcamp)

Peter Kernel gelten als Tessiner, was bloss halb so stimmt. Aber egal. Aris und Barbara machen alternativen Rock, alternativen Pop oder einfach Indie und werden von einem versierten Drummer unterstützt. Ob die beiden ein Paar sind fragst du dich, während die beiden skurril witzige Lieder präsentieren ohne einander aus den Augen zu lassen.


Ein Gespräch eigentlich zum Vergessen

Wie zweifellos du befinde auch ich mich in einer Position. Hier die Scheffin, dort Bescheffte. Und dazwischen? Eben ich.

Ein Gespräch eigentlich zum Vergessen
Bild: AnnA

Unser Gespräch driftet unverzüglich in Richtung

Loya-
Li-
Täts-
Prin-
Zip.

Wo gerade ich Prinzipien äusserst kritisch gegenüber stehe. Nicht direkt prinzipiell, logo, aber halt doch verdammt nah dran. Was sie aber nicht wissen kann. Woher denn auch?

Worte tropfen vom ovalen Tisch dass es wie klackert. Auf gebohnertem Parkett bilden sich quecksilberne Pfützen. Sie ist im Wesentlichen vorbereitet und hakt Punkt für Punkt das Protokoll für Krisengespräche ab. „Also Krisengespräch“, denke ich, während zu meinen Füssen der Spiegel unendlich grösser wird.

Doch braucht sie mich mehr als (im Speziellen) ich sie, weil meine Personalie sozusagen als einzige Verbliebene noch im Boot hockt. Die Arbeitskollegin hat sich vor geraumer Zeit mit Ermüdungserscheinungen abgemeldet und seither herrscht Dauerzustand. Also dauernd Zustand, wiewohl besser als Umstand, meint Veilchenblau, die letzte Woche einen Job bei der Uni angetreten hat. „Macht ist eine n mal n Matrix und Janos ein Sandkastenbub“, geht mir durch den Kopf, doch habe ich keinen Schimmer, von wem das stammt. Wahrscheinlich aber Löffel.

Ebenso klar, dass ich just mein Mundwerk nicht halten kann, heisst keine zwei Minuten. Weil sie mir zum Beispiel erstens mal mächtig auf die Titten geht plus ich mir nur ungern was vorschreiben lasse. Was man natürlich besser wissen sollte, sagen wir mal: In meinem Alter. Zudem das Gegenüber durchaus ein klitzekleines Wenig im Recht ist, bloss hat das mit Loyalität dann überhaupt gar nichts mehr zu tun. Oder konkret: ALLES? Doch sind wir hier sowieso weniger in Philosophier- und Plauderlaune, demnach muss ich das einfach mal so stehenlassen.

Dann kommt die Schweigephase, wo wir uns in die Augen starren und Wegschauen einfach nicht geht. Weil mir zumindest die Demut abhanden gekommen ist, wobei eine Art Staunen mich erfüllt ob dem, was hinter verengten Irissen verborgen liegen mag.

Fazit? Ein Gespräch eigentlich zum Vergessen.

Und der Song dazu? Klar: Igorrr!


Hinterland

Sogar Babs ist beunruhigt als Franco sich unversehens ankündigt. Folglich lichten wir die Anker und machen uns von dannen. Die netten Nachbarn vom Platz winken dem Wagen hinterher, bis eine bräunlich-gelbe Staubwolke sich dazwischen legt.

Pitigliano

Die Wohnungsreservation in Pitigliano bleibt vorerst mein Geheimnis. Wenn es nämlich um Maskuline geht, kannst du Babs keineswegs trauen. Seit der Autobahngeschichte hat sie nämlich diesen Glanz in den Augen. Und ihr Handy zu zerstampfen traut sich nicht mal Veilchenblau. Nach Grosseto biegen wir links (in Richtung Apennin) ab, worauf Strassen sowohl schmaler als auch kurviger werden.

A Naartjie In Our Sosatie heisst eine Schallplatte aus den 80ern, welche ich mir damals gekauft und heuer digital wiederentdeckt habe. Damit können jedenfalls alle leben.

Hinterland
A Naartjie In Our Sosatie (Quelle: bandcamp)

Auf einer Ausfahrt mit Postkartenblick werden wir zunächst gnadenlos zugeparkt, danach tropft Charme wie Blut von meinen Lefzen. Dafür haben diverse Carpiloten ihre Vehikel tadellos an den Rand der Schlucht bewegt um einen Korridor zu schaffen. Für mich notabene.

Während die Mädels sich über eine Unterkunft mit Bett freuen, parkiere ich den Bus kostenpflichtig in New Town. Das Haus gleich neben der alten Synagoge heisst La Casa Del Ghetto, bloss falls du mal hin willst. Veilchenblau wirft erst mal den Ofen an und haut sich anschliessend aufs Ohr. Bei ca. 25° Celsius versuchen wir, das Teil zu justieren, was sich als nicht ganz so einfach herausstellt. Stichwort: Niedergaren.

Hohlweg bei Pitigliano (Bild: AnnA)

Ein Spaziergang ausserhalb führt durch in Tuff geschlagene Hohlwege. Links und rechts gähnen Grotten, wo vor mehr als 2000 Jahren noch Tote gelagert worden waren. Jedenfalls erzähle ich das so. Heuer siehst du Betten darin und schimmelige Überbleibsel von ebensolchen Partys. Am Ulmenbrunnen rasten wir und kehren auf demselben Pfad wieder zurück.

Sorano

Der Weg nach Sorano sei zu Fuss am Schönsten, versichere ich den beiden, während wir draussen vor der Synagoge hocken und uns von einer schwächlichen Sonne bescheinen lassen. Babs wäre zwar lieber ein wenig durch die Stadt geschlendert, wohlweislich schweigt sie aber. Die Franco-Geschichte hängt ihr noch immer im Magen (oder Uterus, wenn man so will) und aufgehende Sonne ersäuft geradewegs in ihren melancholischen Blinkern. Veilchenblau geht kopfschüttelnd ihren Rucksack packen, den aus dem Wallis, du weisst schon.

Unterwegs beflügelt mich die Sache mit dem Historischen, dass ich mir vorkomme wie junger Cerberus. Oder sonst so: Hund. Schritt auf Tritt Geschichte, Geschichte und nochmals Geschichte verschafft mir das erhebende Gefühl von (zugehöriger) Weite. Am sehnlichsten wünsche ich mir aber ein Wurmloch, wo ich auch reinpasse. Obwohl Veilchenblau meint, dass es längstens schon geschehen sei und ich mitten drin stecke ohne es überhaupt zu bemerken.

In Sorano gibt’s erst Prosecco, dann knusprige Pizza mit Käse wie klimaerwärmte Gletscher. Eine Frau in schwarzen Leggins patrouilliert vor der Gartenbeiz und mustert uns gestreng. Wir schauen uns an. Vielleicht so ein Revierdings?

Später betrachten wir eine kopfüber-Fledermaus im Kegel meiner Taschenlampe und jede Menge Höhlengräber noch dazu. In manche krieche ich hinein und hock auf die Bettstatt aus Lavagestein. Stille umgibt mich wie samtene Engelsflügel. Es riecht modrig. Abends essen wir extravagant in mehreren Gängen, derweil am Nebentisch ein Paar diniert, das sich nicht traut.

Franco

Tags darauf steht tatsächlich Franco vor der Tür, während eine aufgedonnerte Babs halbherzig Überraschung mimt. Veilchenblau jagt blaue Blitze durch die Gegend, dass Darth Vader zum Sandkastenbub mutiert. Ich steh mal wieder dazwischen und vermittle. Morgen aber gehts nach Hause, soviel ist klar. Und heute ist heute.

Am andern Tag sitzen wir zu Dritt im Bus und Waldgeflüster klingt an. Dahoam heisst die Scheibe und passt irgendwie. Jedenfalls: Löffel wäre stolz auf mich.

Und Franco? Was weiss ich?


Agricult

Wir haben einen Van gemietet und düsen nach Italien. Sie hat’s mit dem Meer, ich hingegen will Gräber sehen. Und Babs, die wiedermal Krise schiebt, sitzt hinten drin. Agricult? Kommt später.

Piombino (BIld: Babs)
Piombino (Bild: Babs)

Milano

Autobahn, Gotthard, Autobahn, dann Zoll, der gar keiner ist, sondern eher so Kasperlbude mit Männchen drin. Kurz vor Milano fahren wir raus und steigen im Just-Hotel ab. Vier Sterne mit Blick auf vier Autobahnkringel, dafür aber leicht zu finden. An den Wänden hängen Gemälde von Berühmtheiten wie Marilyn, Gianna, Laura et cetera & rauchen darfst du auf einer Art Balkon. Unten auf dem Carpark prüfen krumme Männer mittleren Alters Rennräder, ich aber sag: Velo. Von Weitem mag Veilchenblau’s BH als Bikini durchgehen, was aber keine Rolle spielt. Ausser die vergessen, ihre Schrauben anzuziehen oder was weiss ich. Babs hingegen sitzt in der Lounge und süffelt Martini.

Am andern Tag tauschen wir Rollen. Veilchenblau hupt sich durch den Dunst Mailands, derweil mir die Bedienung der Soundanlage obliegt. Gelegentlich halten wir an einem Autogrill um zwei zu rauchen plus wegen dem Kaffee. Solcherart geht Babs verloren, die gerade noch friedlich hinten geschlummert hatte. Als sie anruft, spielt gerade Non Serviam ab Bandcamp-Account und der Klingelton schreckt uns auf. Letztlich kutschiert einer mit Fiat sie zur nächsten Raststätte, wo wir warten und Ende gut. Währenddessen aber haben die beiden Nummern getauscht und Franco fährt noch ein Weilchen grinsend hinter uns her.

Agricult
Non Serviam: Le Coeur Bat (Quelle: bandcamp)

Agricult

Maremma bezeichnet im italienischen eine Art halbwegs gezähmter Sumpf. Steht jedenfalls so in Wikipedia. Längs des toskanischen Küstenstrichs verläuft die Autobahn, links und rechts paaren sich Mücken. Der Platz, wo wir Stellung beziehen, heisst Vento Etrusco, denn es bläst mit Vehemenz. Man entschuldigt sich dafür und leiht uns drei klapprige Bikes, womit wir Richtung Strand radeln.

Das Meer? Kühl. Endlos. Wunderbar. Dazu noch Sonnenuntergang à la Bilderbuch. C’est magnifique! Trotz fast Null Promille wird Babs endlos romantisch und will mit uns ins Wasser, womöglich Hand in Hand. So aber läuft das nicht, worauf sie wie blöd ins Gerät textet und Panoramaaufnahmen macht. Später finden wir eine Beiz.

Tag Drei

Heute die Idee einer Biketour oder einfach mal Einkaufen. Cappuccino drüben im Kaff plus COOP. Am Strand schaufeln wir Löcher und klauen dem Fischer seine Sitzgelegenheit. Und in einer Bar treffen wir 1000 miesepetrige Schweizer. Als wir die Flucht ergreifen, bemerkt Veilchenblau, dass ihr Pneu Platten hat.

Morgen geht’s ins Hinterland zu den Etruskern. Wegen der Gräber, mal ehrlich.


Dunkel dieser Nacht

Dunkel dieser Nacht. 
Kraftlos vom Himmel tropft.

Zwischen Häusern versickert.
In Vorgärten.

Und Katzen.
Schwärze von den Dächern lecken.

Stern um Stern.
Die Augen verschliesst.

Während sie mirwirdschlechtrosa
Plüschwolken pinselt.

Wer ich bin?

Wer ich bin fragst du mich nicht zum ersten Mal mit spitzen Lippen.

Helsinki-Bühne (Bild: AnnA)

„Falsche Frage“, antworte ich. Den Rest kannst du dir selber denken.


Tagebuch XI / Mal wieder Schwarz

Mal wieder Schwarz? Klar.

Idylle (Meh Suff, Foto: AnnA)

Einchecken im Hilton Spreitenbach, was eigentlich keines ist, sondern bloss so draufsteht. Ein Name wie jeder andere. Jedenfalls: Aufs Bett geschmissen, zur Decke gestarrt, dann runter an die Bar, wo Löffel ins Bier sinniert und einer mit halblangen Sprüchen bedient. Draussen sitzen ein paar Schmierige, die aussehen wie Zuhälter oder Schieber – und es wahrscheinlich auch sind.

Du kriegst den grünen Stoff ums Handgelenk, heisst zertifiziert, und eines noch als Ticket dazu. Die erste Band verschwindet bereits im Backstage-Bereich und Leute holen sich Bier. Tom Fischer hat abgesagt heisst es, weshalb du auf Facebook Tickets zum Halbpreis kaufen kannst. Radieschen stellt einen Klappstuhl hin, worauf sich sitzen lässt. Dann spielt Bølzer und es ist wie gestern.

Manchmal mache ich kleine Spaziergänge zum nahen Wald. Lehne mich an einen Baum, denke, was der wohl denken mag und rauche Zigaretten. Die Sonne scheint abendlich schräg aufs Gelände und Rauch steigt auf.

Bølzer (Foto: AnnA)

Im riesigen Bett schläft‘s sich ordentlich. Auch wenn Platz für Zwei wäre. Morgenbuffet? Na ja. Wir hängen rum. Trinken. Tauschen aus. Lachen. Rauchen. Setzen uns nach draussen. Und bald schon ist Migräne Vergangenheit. Es stellt sich heraus: Radieschen mag ihren Stuhl nicht schleppen und ein geraumes Weilchen wird drum rum diskutiert. Am Ende aber geht er vergessen.

Der Krach heute ist erste Sahne, das muss man mal so stehen lassen. Mit Schammasch zum Beispiel liegst du eigentlich nie falsch und Stillbirth sind der helle Wahn. (Wenn auch nicht ganz jugendfrei.) Radieschen derweil hat sich irgendwie verzottelt. Und von Löffel siehst du ab und zu Silhouette, während die Jungs kommen und gehen.

Noch so Tagebücher

Tagebuch I handelt weit oben in den Bergen, Tagebuch II widmet sich dem Philosophischen und Tagebuch III will sich nicht festlegen. Während Tagebuch IV zutiefst Existentielles berührt, bleibt in Tagebuch V Raum für das Alltägliche. Derweil Tagebuch VII eher so die Kant-Schiene fährt. Tagebuch Acht? Schlangen, Kracht und noch ein Buch, dessen Autorin nicht genannt werden will. In Tagebuch IX hingegen spielen Nasensekrete eine wesentliche Rolle, was in Tagebuch X gänzlich ausgelassen wird.

Tagebuch X / Simmentaler Nutzvieh

Simmentaler Nutzvieh spielt hier eine im Grunde eher untergeordnete Rolle. Für uns jetzt so. Man trifft sich einfach. Da und dort. Grüsst vielleicht.

Erstens mal muss man angekommen sein

Mit dem Zug nach Därstetten. Dort den Hügel hoch. Per Pedes. Wobei nach jeder Kurve sich ein neues Stück Weg entrollt. Und wieder. Und wieder. Derweil Sonne vom Himmel knallt. Unerbittlich. „So wirst du nicht alt!“, höre ich neben mir. Während im Gras die Grillen zirpen. Und am Himmel Bussarde kreisen. Noch dazu weibisch kreischen.

Zweitens ein Höhlentrip

Am nächsten Tag? Sonne hinter Wolken erahnt. Durch Wiesen geschlendert. Heugümpern entflohen. Berg runter. Berg hoch. Dann in einer Höhle schlammig geworden. Dass du Restaurant sowieso vergessen kannst.

Simmental (Bild: AnnA)

Zum Dritten aufs Stockhorn

Ganz oben endlich die Beiz. Unterwegs Kühe und alles. Die da im Wege stehen. Sich krumm lachen. Die Viecher. Manchmal auch Leute in Pelerinen. Rot. Gelb. Blau. Dabei nieselt‘s bloss. Und Hagel von vorhin war ein Klacks gewesen. Selbst schuld, wenn du nicht im Wirtshaus sitzt. Und sowieso: Wofür gibts dann Wetter-App?

La vache qui rit… (Bild: AnnA)

Vier?

Homo Simmentalensis? Na ja. Freundlich? Wacker übertrieben. Hilfsbereit? Keine Ahnung. Verschlossen? Durchaus. Unzugänglich? Trifft es auf den Kopf. (Mit statistischen Ausreissern. Korrelation: höchst.)

Erlenbach im Simmental (Bild: AnnA)

Tag X

Hab den Überblick verloren. Welcher Tag heute ist. Der wievielte? Ihr aber ist‘s sowieso egal. Kauft sich einen Rucksack. Pelerine inbegriffen. Gerade jetzt, wo’s sonnig werden soll.

Tag X + n = B*rig

Erneut im St. Ursula abgestiegen. Sie: „Ist ja sowas von kontemplativ!“ Worauf wir shoppen gehen. Und futtern.

Brig, St. Ursula (Bild: AnnA)

Tag X + n + 1 = Sion

Am Bahnhof quatscht mich einer welsch an. Mit Égü-E und allem. Später in einer Kirche gesessen, wo Orgel ab Band spielt. Denk so in mich hinein. Und wieder heraus. Weihrauch macht mummelig. Und hungrig sowieso.

Tag X + n + 2 = Ausserberg

Suonentunnel oberhalb Ausserberg. Die Kegel unserer Taschenlampen bestreichen glitzernde Wände. Kein Licht am Ende des Dunkels. Neben uns rauscht Wasser. Noch heute werden Dörfler damit versorgt. Dann ihre Sonnenbrille. Die da reinfällt. Weshalb? Frag besser nicht.

Auf der andern Seite wildwildes Tal. Sturmgefällte Bäume. Inkontinente Felsen. Steinschlagschneisen. Ehrfurcht? Ja, schon.

An einer Stelle gehst du über Brettchen. Unter dir der Schlund. Gleichzeitig cool sein geht nicht..

Foto: AnnA

Die andern Tagebücher

Tagebuch I handelt weit oben in den Bergen, Tagebuch II widmet sich dem Philosophischen und Tagebuch III will sich nicht festlegen. Während Tagebuch IV zutiefst Existentielles berührt, bleibt in Tagebuch V Raum für das Alltägliche. Derweil Tagebuch VII eher so die Kant-Schiene fährt. Tagebuch Acht? Schlangen, Kracht und noch ein Buch, dessen Autorin nicht genannt werden will. Im neunten hingegen spielen Nasensekrete eine wesentliche Rolle.

Tagebuch IX / Regen, Schnodder und (vielleicht) ein Nationalfeiertag

Regen fällt vom Himmel. Schnodder wird in der Schleimhaut gebildet. Und Nationalfeiertag lässt sich eigentlich nicht erklären.

Regen, Schnodder und (vielleicht) ein Nationalfeiertag
Kunsthalle Zürich (Bild: AnnA)

Der 30. Juni 2021 ist ein Regentag

Der Regen.
Es regnet.
Zum Beispiel.

Auf der Bank am 1. Juli 2021

Die Bank, auf der ich sitze und neben mir einer, der den Zinken hochzieht.

Heute kannst du keinem mehr trauen“, meint Veilchenblau. Und: „Gestern war nicht anders gewesen.“

Was man so stehen lassen muss, weil wo sie recht hat, hat sie recht.

Nationalfeiertag am 2. Juli 2021

Ein einig Volk.
Von Schwestern.
Und Brüdern.
Plus Nachspielzeit.
Verlängerung.
Elfmeter.
Aspirin.
Dafalgan.
Ibuprofen.
Zu kaltem Kaffee.
Im Morgenrot halt.

Noch so Tagebücher

Tagebuch I handelt weit oben in den Bergen, Tagebuch II widmet sich dem Philosophischen und Tagebuch III will sich nicht festlegen. Während Tagebuch IV zutiefst Existentielles berührt, bleibt in Tagebuch V Raum für das Alltägliche. Derweil Tagebuch VII eher so die Kant-Schiene fährt. Tagebuch Acht? Schlangen, Kracht und noch ein Buch, dessen Autorin nicht genannt werden will. In Tagebuch X werden Nasensekrete gänzlich ausgelassen, während Tagebuch XI mehr so Kultur pflegt.

Ich knete mir ein Lächeln ins Gesicht

Ich knete mir ein Lächeln ist Gesicht und zieh die Maske drüber.

Ich knete mir ein Lächeln ins Gesicht
Strauhof (Bild: AnnA)

Blau nach aussen, obwohl das Ancien Régime besiegt worden war und Granit den Vladimir gleich mehrmals umarmt. Warm heisst es später, dann schiebt er dem Trainer den Gral zu. Damit Journis was zu schreiben haben. Beide lachen.

Etwas zuvor begegnen in Genf sich zwei Senioren mit grossen Pi Pa Po zum allerallerersten Mal. Einer übt den überheblichen Händedruck, während der andere mehrheitlich saures Minenspiel pflegt. Gemeinsamkeit? Flugzeugtreppen sind weniger ihr Ding. Danach hört und liest man nichts mehr von ihnen, derweil die Partei in China mit Pomp den Hundertsten begeht.

Alles alt, kannst du sagen.

Noch mehr Politik?

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Von der Zeit gelesen

Glattpark (Bild: AnnA)

Von der Zeit gelesen. Wie ich sie anhalten kann. Scheinbar. Oder in echt. Indem man sie verdammt noch mal fixiert. Die Zeit. Gleich meine. Nicht deine. So weit geht’s dann doch wieder nicht.

Tagebuch VIII: Schlange, Kracht und Kasperl

Tagebuch VIII handelt von der Schlange, einem Kracht-Roman und dem lieben Kasperl. Der dann gar keiner mehr gewesen war. Oder gewesen sein wollte.

Irgendwo im Rheintal (Bild: AnnA)

20. Mai 2021

Gestern beim Grill im Gewächshaus. Danach The Serpent und da willst du nicht hin, wo die entweder high, totgemacht oder beides sind.

21. Mai 2021

Dann mal dieses Buch von Kracht zu Ende gelesen. Gleich Stummfilm. Musst höllisch aufpassen, nichts zu verpassen!

22. Mai 2021

Noch ein Buch: Charaktere geformt wie damals im Werkunterricht den Kasperl. Grün angemalt hatte ich ihn. Dann aber war‘s kein Kasperl mehr gewesen.

Die Tagebücher

In Tagebuch I schneits weit oben in den Bergen, Tagebuch II widmet sich dem Philosophischen und Tagebuch III will sich nicht festlegen. Während Tagebuch IV zutiefst Existentielles berührt, bleibt in Tagebuch V Raum für das Alltägliche, derweil Tagebuch VII eher so die Kant-Schiene fährt.

Ferien im Glattpark

Ferien im Glattpark
Ferien im Glattpark (BIld: AnnA)

Strassen und Wege tragen hier Namen wie Chavez-Allee oder Boulevard Lilienthal. Nix aber Rebhuhn. Ich sitze im Schatten eines Hochhauses, vor mir ein kühles Glas Cola. Worin die Zitronenscheibe erbittert gegen das Ertrinken ankämpft.

Im Kopf dreht die Geschichte von Neuhufer. Er, der nach Paris fährt und dort in einer Mansardenwohnung haust. Halt so Dinge erlebt, die du entweder glaubst oder nicht glaubst. Und stets kommt noch eine dazu. Oder auch weg. Es ist zum Verrücktwerden.

Rose hingegen lebt in Amsterdam. Gleich bei der Werft. Auch sie wird von ihm besucht. Ein einziges Mal bloss. Erst hab‘ ich gedacht, dass es sie gar nicht gibt. Aber Irrtum: Es gibt sie doch. Was Neuhufer in Holland sonst noch so treibt? Kannst du dir selbst ausrechnen. Er erzählt vom Meer.

Mittlerweile ist ein lauer Wind aufgekommen. Am Tisch nebenan vertritt einer die Babylon-Theorie. Dass nämlich alles vor die Säue geht. Sein Burger aber schmeckt ihm sichtlich. Sodann mach ich mich auf den Weg. Muss mir unbedingt mal die Beine vertreten.

Tagebuch VII / Was, wenn man mehr dächte?

Vom Echo der Zeit. Was wäre, wenn man mehr dächte. Und Löffels Kulturtipp ohne Gewähr.

Museum für Gestaltung (Bild: AnnA)

2. Juni 2021 / Echo

Manche Tage wie ellenlanges Echo. Da kannst du aber eigentlich nix dagegen unternehmen.

8. Juni 2021 / Zirkelschluss

Lauter Arbeit hindert am Denken, täte man hingegen mehr denken, arbeitete man weniger.

9. Juni 2021 / Sommer ’21

Endlich wieder mal Festivaltickets kaufen und Löffel empfiehlt: Lass dir Harakiri for the Sky nicht entgehen! Wie üblich aber Geschmacksache.